Konsortium standardisiert einheitliches „Power Consumption Management“ für den Shopfloor

Ein neuer Schnittstellenstandard für die Erfassung von Energieverbrauchsdaten in der industriellen Fertigung wird von ODVA, OPC Foundation, PI und VDMA auf Basis von OPC UA erarbeitet.

Hannover, 30. Mai 2022 – Ein wesentliches Ziel des Maschinen- und Anlagenbaus ist es, in Zukunft klimaneutral zu produzieren. Dies untermauert der European Green Deal der Europäischen Union, der auf die Klimaneutralität Europas bis zum Jahr 2050 abzielt. Zur Erreichung dieses Ziels und zur Umsetzung vieler weiterer Anwendungsfälle sind die Energieverbrauchsdaten in der Produktion eine wichtige Grundlage.

VDMA, PI, ODVA und OPC Foundation gründeten im Mai 2022 die Gruppe „Power Consumption Management“. In dieser wird der OPC UA Schnittstellenstandard für Energieverbrauchsdaten entwickelt.

Karsten Schneider, Vorsitzender von PI, freut sich auf die Zusammenarbeit mit der ODVA, der OPC Foundation und dem VDMA: „Die Erfassung und Analyse von Energieverbräuchen in Maschinen und Anlagen ist ein immens wichtiges Thema für die Zukunft.”

„Die vier Organisationen arbeiten mit Hochdruck an der Harmonisierung und Standardisierung der Energieverbrauchsinformationen im Shopfloor“, sagt Andreas Faath, Abteilungsleiter VDMA Machine Information Interoperability. „Damit entsteht ein wichtiger Baustein, der das Ziel einer weltweit klimaneutralen Produktion in allen Bereichen des Maschinen- und Anlagenbaus unterstützt.”

„Der rasche Übergang zu einer umweltverträglichen Energienutzung ist die größte Herausforderung unserer Zeit, und deshalb bin ich froh, dass wir gemeinsam vorgehen: PI und ODVA bringen ihr fundiertes Know-how zu Energieschnittstellen auf Feldebene ein, wobei der international anerkannte Datenmodellierungsstandard OPC UA, der die Semantik und den sicheren Datentransport definiert, als Grundlage für die vom VDMA entwickelte Global Production Language dient”, sagt Stefan Hoppe, Präsident der OPC Foundation.

„Die ODVA freut sich, einen aktiven Beitrag zu dieser wichtigen Initiative zu leisten, um den Energieverbrauch zu optimieren und dadurch die durch Verschwendung und Überschuss

entstehenden schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt zu reduzieren.”, sagt Dr. Al Beydoun, Präsident und Geschäftsführer der ODVA. „Diese Zusammenarbeit im Bereich Power Consumption Management wird dazu beitragen, dass die Endanwender über ein hochgradig standardisiertes und interoperables Mittel verfügen, um ihre Ziele in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) zu erreichen.”

Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe werden als neue OPC UA Spezifikation veröffentlicht. Zukünftige Veröffentlichungen der OPC UA for Machinery Spezifikation werden diese Ergebnisse nutzen und sicherstellen, dass Energieinformationen als Teil der Weltsprache der Produktion von allen Maschinen und Komponenten auf dem Shopfloor standardisiert bereitgestellt werden können.

„Die Aktivität basiert insbesondere auf den bestehenden Standards der beteiligten Organisationen, aber auch auf anderen Standards der OPC Foundation, des VDMA und externer Forschung”, sagt Heiko Herden, VDMA und gewählter Vorsitzender der neuen gemeinsamen Arbeitsgruppe. „In Kombination mit anderen OPC UA for Machinery Anwendungsfällen, wie z.B. Statusüberwachung oder Auftragsmanagement, wird die Berechnung des produkt- und produktionsspezifischen CO2-Fußabdrucks ermöglicht.“

Im VDMA definieren über 600 Mitgliedsunternehmen die Weltsprache der Produktion. In 40 Arbeitskreisen werden OPC UA Companion Specifications für zahlreiche Branchen des Maschinen- und Anlagenbaus erstellt. Einen Sonderfall stellt die Basisspezifikation OPC UA for Machinery dar. Hier werden branchenübergreifend wichtige Bausteine definiert, worauf andere Spezifikationen aufbauen können.

Über die ODVA

Die ODVA ist eine internationale Organisation für die Entwicklung von Standards und den Handel mit Mitgliedern aus den weltweit führenden Automatisierungsanbietern. Die ODVA hat es sich zur Aufgabe gemacht, offene, interoperable Informations- und Kommunikationstechnologien für die industrielle Automation zu fördern. Zu ihren Standards gehören das Common Industrial Protocol oder „CIP™”, das medienunabhängige Netzwerkprotokoll der ODVA – und industrielle Kommunikationstechnologien wie EtherNet/IP™, DeviceNet® und andere. Für die Interoperabilität von Produktionssystemen und deren Integration mit anderen Systemen setzt die ODVA auf die Übernahme von handelsüblichen, standardisierten Internet- und Ethernet-Technologien als Leitprinzip. Dieses Prinzip wird durch EtherNet/IP – das heute führende industrielle Ethernet-Netzwerk – veranschaulicht.

Besuchen Sie die ODVA online unter www.odva.org.

Kontakt:
Steve Fales
[email protected]

Über die OPC Foundation

Seit 1996 fördert die OPC Foundation die Entwicklung und Einführung der OPC-Standards für den Informationsaustausch. Als Befürworterin und Bewahrerin dieser Spezifikationen hat die Foundation die Aufgabe, Industrieanbietern, Endanwendern und Softwareentwicklern bei der Aufrechterhaltung der Interoperabilität ihrer Fertigungs- und Automatisierungsanlagen zu helfen. Die OPC Foundation stellt die besten Spezifikationen, Technologien, Prozesse und Zertifizierungen zur Verfügung, um hersteller- und plattformübergreifende, sichere und zuverlässige Interoperabilität für die Übertragung von Daten und Informationen aus der eingebetteten Welt in die Unternehmens-Cloud zu erreichen. Die Foundation betreut weltweit über 860 Mitglieder aus den Bereichen Industrieautomation, IT, IoT, IIoT, M2M, Industrie 4.0, Gebäudeautomation, Werkzeugmaschinen, Pharma, Petrochemie und Smart Energy.

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte www.opcfoundation.org.

Kontakt:
Stefan Hoppe
[email protected]

Über PI

Vor über 30 Jahren initiierte die PROFIBUS Nutzerorganisation e.V. (PNO) die Gründung einer großen, weltweiten Gemeinschaft, die sich unter dem Dachverband PROFIBUS & PROFINET International (PI) zusammengefunden hat. Mit 25 regionalen Nutzerorganisationen in allen internationalen Märkten, rund 1.700 Mitgliedsfirmen und vielen tausend verschiedenen Produkten ist PI die größte Interessenvertretung für industrielle Automatisierungstechnik. Ihr globales Netzwerk umfasst die meisten Hersteller und Anwender aus allen Branchen. Die Technologien decken alle Schlüsselmärkte der industriellen Automatisierung ab, von der Produktionsautomatisierung über die Prozessautomatisierung bis hin zu Motion Control und Sicherheitsanwendungen. PROFIBUS, der führende Feldbus – PROFINET, der führende Ethernet-Standard – IO-Link, das führende Sensor/Aktor-Kommunikationssystem – und omlox, der offene und interoperable Standard für Echtzeit-Ortung – sind verfügbare Automatisierungstechnologien mit Zukunftspotenzial, die die Produktion in der Generation “Industrie 4.0” ermöglichen.

Kontakt:
Barbara Weber
[email protected]

Über den VDMA

Der VDMA vertritt mehr als 3400 deutsche und europäische Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus. Die Industrie steht für Innovation, Exportorientierung und Mittelstand. Die Unternehmen beschäftigen rund vier Millionen Menschen in Europa, davon mehr als eine Million allein in Deutschland. Der Maschinen- und Anlagenbau steht für ein europäisches Umsatzvolumen von rund 800 Milliarden Euro. Im gesamten Verarbeitenden Gewerbe trägt er mit einer Wertschöpfung von rund 270 Milliarden Euro den höchsten Anteil zum europäischen Bruttoinlandsprodukt bei.

Besuchen Sie VDMA online unter vdma.org/opcua

Kontakt:
Heiko Herden
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